Kurzbeschreibung der einzelnen Teile des Klosters
Die Klosterkirche
Die Klosterkirche Mariä-Verkündigung wurde am Ende des 12. und am Anfang des 13. Jahrhunderts als eine romanisch-gotische
65,25 Meter lange und 15,6 Meter hohe Hallenkirche erbaut. Am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts
wurde die Kirche im Barockstill umgebaut, dieser Umbau betraf hauptsächlich das Innere der Kirche. Den Hochaltar der
Kirche haben der Marmorhauer Josef Lauermann und der Bildhauer Ignatius Platzer in dem Jahr 1750 angefertigt. Das
Altarbild stellt die Verkündigung der Jungfrau Maria dar, es stammt von Peter Johann Molitor. Auch der zweite Altar,
der Kreuzaltar in der Mitte des Hauptschiffes ist von J. Lauermann und I. Platzer.
Die Heiligenstatuen (aus Holz gefertigt) sind ein Werk von I. Platzer. Im Chor sieht man über den Chorstühlen die
vier lateinischen Kirchenväter. In der Apsis des linken Seitenschiffes steht seit 1898 (nach der Seligsprechung
Hroznatas im 1897) auf einem Altar aus weisem Marmor der Reliquienschrein des seligen Hroznata, des Gründers des
Klosters. (Die ursprüngliche Grabstätte des seligen Hroznata kennzeichnet die Steinplatte im Fußboden vor dem
Hauptaltar, dort steht auch der ursprüngliche Sarkophag.)
Rechts vom Altar zeigt ein Gemälde den seligen Hroznata als Ritter mit den von ihm gegründeten Klöstern. Das
Gemälde stammt, wie auch die Fresken über dem Eingang in die Kapelle, die Szenen aus dem Leben des Klostergründers
zeigen, von Elias Dollhopf.
Zu den nicht ausgestellten Kleinoden gehören noch: die "Schüssel des seligen Hroznata" (Limoges ca 1200) und das
sog. "Hroznata Pedum", ein Abtsstab aus dem Jahre 1756 und ein Kelch aus dem gleichen Jahre, welche der Abt
Hieronymus Ambros herstellen ließ.
Im Museumstrakt befinden sich weitere wertvolle Gegenstände aus den Klostersammlungen. Der Öffentlichkeit werden
hier Bilder, Statuen, Porzellan, Zinngeschirr, Messgewänder und Orden präsentiert, welche die Tepler Äbte von
verschiedenen Herrschern verliehen bekommen haben und welche von ihrem hohen gesellschaftlichen Prestige zeugen.
Prälatur- und Konventgebäude
Die meisten Gebäude des Klosters wurden im 17. Jahrhundert unter Abt Raimund II. Wilfert im Barockstil umgebaut.
Nicht nur das Innere der Kirche, sondern auch die Turmdächer und Fenster der Kirche wurden barockisiert, weiter
wurde der Flügel der Prälatur und des Konventsgebäudes errichtet.
Der jetzige Kapitelsaal im Konventgebäude war früher das Winterrefektorium des Klosters. Die Wandverkleidungen
sind im Jahre 1914 vom Bildhauer Ferdinand Stuflesser eingebaut worden. Die Deckenbilder auf den mit Stuckarbeiten
reich verzierten Gewölben sind Fresken von Anton Waller aus dem Jahre 1913. Sie stellen die zwölf Apostel, und die
neun wichtigsten Prämonstratenserheiligen dar. Die Deckenfresken zeigen die Jungfrau Maria und die Übertragung der
Gebeine des heiligen Norberts von Magdeburg nach Prag.
Im ersten Stock des Konventgebäudes liegt, noch zur Prälatur gehörig, der Blaue Saal - ein Festsaal mit hellblauen
Wänden, eingerichtet im Empirestil.
Der ehemalige Speisesaal für die Mitglieder des Klosters befindet sich im Konventgebäude. Die Wände sind mit reichen
architektonischen Gemälden verziert.
Die östliche Wand bildet das Fresko "Das letzte Abendmahl Jesu" von Maurus Fuchs aus Tirschenreuth aus dem Jahre
1816. Das Deckenfresko zeigt die "Bekehrung des Heiligen Paulus."
An der nördlichen Wand befindet sich die Kanzel aus Stuckmarmor, eine Arbeit von J. Hennevogel.
Von der Inneneinrichtung der Säle sind nur Fragmente erhalten geblieben.
Die Forstverwaltung, Kornspeicher, Klosterhof
Barock ist auch das Gebäude der Forstverwaltung mit dem Haupttor, und aus der Zeit des Frühbarocks stammt der
Kornspeicher im Klosterhof. Der Barockumbau betraf auch den Klostergarten und die Parkanlage.
Aus dieser Zeit stammen auch der Brunnen und die Kalvariengruppe im Hof und der Brunnen im früheren französischen
Garten nordöstlich von der Kirche.
Die Klosterbibliothek
Der Bibliothekstrakt links von der Kirche wurde in den Jahren 1902 bis 1907 unter Abt Gilbert Helmer nach Plänen
des Marienbader Architekten Josef Schaffer errichtet. Der Hauptsaal ist 24 Meter lang, 12 Meter breit und 15,5
Meter hoch. Die Deckengemälde von Professor Karl Krattner aus Prag stellen in der Mitte die Anbetung des
allerheiligsten Sakramentes, die vier Evangelisten und die vier lateinischen Kirchenväter dar.
Die Stiftsbibliothek, die zweitgrößte ihrer Kategorie bei uns, ist mit ihren 100.000 Bänden für die Forscher
eine reiche Schatzkammer an Information. Zu den wertsvollsten Büchern gehören 1149 Handschriften (45 mittelalterliche
Codices) und wertvolle alte Drucke. Die Bibliothek ist Studenten und Forschern zugänglich, denn die Prämonstratenser
pflegen ihre kulturelle und wissenschaftliche Tradition. Im Bestand finden wir unter anderem zwei bedeutende
deutsche Werke: ein Poenitentionale mit einem altdeutschen Gebet, geschrieben um das Jahr 830 und den so
genannten Codex Teplensis, die erste Übersetzung des Neuen Testamentes in die deutsche Sprache, entstanden vor
dem Jahr 1400. Zu den bedeutendsten Werken gehören weiter "Vita fratris Hroznatae" (1259), eine Legende über
den Gründer des Stiftes; das Gebetbuch des Königs Ladislaus Posthumus (1453) und einen Komplex von sieben
liturgischen Codices des Abtes Sigismund aus den Jahren 1460 und 1491.
Weiter befinden sich hier 540 Wiegendrucke, (Drucke, die bis zum Jahr 1500 gedruckt wurden, auch Erstdrucke oder
Inkunabeln genannt) und mehr als 750 Paläotypen (Drucke bis 1539). Dank der Fürsorge des Stiftes wurden wissenschaftliche
Verzeichnisse dieser Bestände gedruckt. Die Bibliothek beinhaltet weiter mehr als 30.000 alte Drucke (gedruckt bis 1800).
Wichtig ist der Bücherbestand besonders für die Bücherkunde (wertvoll sind vor allem einige Bucheinbände aus der Zeit
der Gotik, der Renaissance und des Barock), weiter für die Kirchen - und Ordensgeschichte, die Geschichte der Region,
Heimatkunde oder die Balneologie (z. B. die Geschichte von Marienbad).
Die Bibliothek ist Studenten und Forschern zugänglich.
Der Klosterpark
Das Aussehen des Klostergartens wurde durch die bauliche Entwicklung des Stiftes beeinflusst. Bis zum Ende des
16. Jahrhunderts war es zum größten Teil ein Nutzgarten - ein Kräuter - und Gemüsegarten. Erst nach dem Aufbau der
Barockgebäude im 17. Jahrhundert wurde der Garten umgestaltet. Wie die Klosteranlage damals ausgesehen hat, zeigt
die Gravierung des Stiftes aus dem Jahre 1735. Es entstanden zwei Gärten - ein Garten mit einer Gärtnerei
(später wurde ein Gewächshaus gebaut) war der Öffentlichkeit zugänglich, der zweite, durch eine hohe Mauer
getrennte Garten, gehörte zur Klausur. An der Südseite des Gebäudes befand sich ein kleiner Abteigarten. Beide
Kreuzgärten, mit einer Zentralfontäne in der Mitte, waren im ornamentalen Stil gestaltet. So bestand der Garten
bis zum Jahre 1903. In diesem Jahr wurden der neue Bibliothek- und Museumstrakt und die Wirtschaftsgebäude
angebaut. Die barocke Steinmauer um den Garten wurde eingerissen, die alte Gärtnerei wurde aufgelöst, ein neues
Gewächshaus und das Wohnhaus für den Gärtner gebaut. Auf der Südseite der Klosteranlage entstand, aus dem Durchfluss
der Tepl, ein Teich mitten in einem großen Naturpark.
Die restlichen Teile des Barockgartens wurden in die neue Konzeption eingegliedert. Derzeit wird im Zusammenhang mit der
Renovierung der Klosteranlage nach und nach die Parkanlage neu gestaltet.
Der Klosterfriedhof
Ungefähr 20 Minuten zu Fuß nordöstlich vom Kloster befindet sich der Gemeindefriedhof der Gemeinde Kloster Teplá.
Als am Ende des 18. Jahrhunderts der Kaiser Josef II. die Bestattung neben den Kirchen in der Mitte der Ortschaften
verboten hat, ließen die Tepler Prämonstratenser den Gemeindefriedhof erweitern und die sterblichen Überreste der
Mitbrüder, die ursprünglich im Kloster bestattet wurden, übertragen (seit der Klostergründung wurde in der Kirche,
später in der Kapelle des hl. Wenzel und Michael an der Ostseite der Kirche und noch später am Friedhof, der sich
gleich neben der Kirche an der Stelle der heutigen Bibliothek befand, beerdigt). Der untere Teil des Friedhofes
diente weiter als Gemeindefriedhof, der obere Teil als Klosterfriedhof. In der Mitte des Friedhofs wurde ein
großes Gusseisenkreuz auf einem Steinsockel aufgestellt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ Abt Alfred Clementso
an der Stirnseite eine Kapelle mit einer Gruft für die Äbte erbauen. Die Kapelle wurde Anfang Juni 1900 geweiht.
Kurz danach starb Abt Clementso plötzlich und wurde in der Krypta unter der Kapelle als erster beigesetzt. Im
Jahre 1906 wurden die Reliquien des Abtes Reitenberger, des Gründers von Marienbad, der 1860 in Wilten in der
Verbannung starb, feierlich hierher gebracht. Als letzter wurde Anfang 1944 Abt Gilbert Helmer in der Gruft
bestattet. An beiden Seiten des Friedhoftores wurden entlang der Mauer Grüfte der bedeutenden Tepler Äbte und
Chorherren errichtet, z. B. für Chrisostomus Pfrogner, Rektor der Prager Karlsuniversität, Adolf Kopmann,
Professor der Universität in Wien und Alois David, Rektor des Prager Klementinum. Diese künstlerisch und
historisch wertvollen Grüfte und die kleinen Grüfte der übrigen Ordenleute, die mit einfachen Kreuzen geschmückt
wurden, existieren heute nicht mehr. Der letzte Prämonstratenser, der hier bestattet wurde, war Leo Moláèek 1950.
Nach der Vertreibung der Deutschen und der Aufhebung der Pfarrgemeinde Kloster Teplá wurde auch die Bestattung
von Zivilpersonen hier nicht mehr fortgesetzt. In den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Friedhof
oft durch Vandalen und auch durch die Errichtung von landwirtschaftlichen Gebäuden in der unmittelbaren Umgebung
des Friedhofs verwüstet. Die Grabsteine wurden für die Herstellung von neuen Grabsteinen benutzt und die
Gusseisenkreuze gestohlen, die Gruft der Äbte wurde geplündert (die Knochen des Abtes Reitenberger verstreut,
aus dem Sarg von Abt Clementso der Schmuck gestohlen). Danach wurde die Gruft zugemauert. Heute befinden sich
hier nur mehr ein Teil der Gräber und eine leere Kapelle. Von der Stelle, an der der Klosterfriedhof steht,
hat man eine schöne Aussicht auf das Kloster und die Umgebung.
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Geschichte und Beschreibung der Gebäude
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PhDr. Milan Hlinomaz, Ph.D.
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Literatur:
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Tyl, H.J.: Psancem. Teplá - Tøebíè 1995.
Vlèek, E.: Osudy èeských patronù. Praha 1995, pp.242 - 259.
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Hlinomaz, M.: Klášter premonstrátù Teplá, Historický sborník Karlovarska 6, 1998, pp. 15 - 37.
Hlinomaz, M.: Blahoslavený Hroznata Tepelský, Minulostí Západoèeského kraje 33, 1998, pp. 7 - 49.
Žemlièka, J.: Rod, rodina a pøíbuzenstvo Hroznaty Tepelského (Geschlecht, Familie und Verwandschaft Hroznatas von Teplá),
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Hoffmann, F.: Soupis rukopisù knihovny Kláštera premonstrátù Teplá. (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae monasterii Teplensis ordinis Praemonstratensis.) Praha 1999.
Hlinomaz, M.: Vzácnosti z fondu tepelských prvotiskù (Raritäten aus dem Bestand der Tepler Wiegendrucke), Knihy a dìjiny 6, Praha 1999, No. 1 -2, pp. 36 - 47.
Hlinomaz, M.: Pøehled tepelských prvotiskù - Incunabula quae in Biblitheca Teplensis asservantur - Ûbersicht der Wiegendrucke von Teplá, Minulostí Západoèeského kraje 35, 2000, pp. 167 - 243.
Kubín, P.: Blahoslavený Hroznata. Kritický životopis. Praha 2000.
Hlinomaz, M.: Postinkunábule a paleotypy v knihovnì kláštera premonstrátù Teplá - Postinkunabeln und Paläotype in der Bibliothek des Prämonstratenserklosters Teplá, Minulostí Západoèeského kraje 36, 2001, pp. 147 - 253.
Hlinomaz, M.: Klášter premonstrátù Teplá. Pøehled dìjin duchovního fenoménu Tepelska. Karlovy Vary 2003
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Text - Friedhof
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Jana Chaloupková, M. Novotná
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